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Datum: 29.05.2026

Jeder fünfte Jugendliche in Oberhavel greift zu Zigaretten oder Vapes

Gesundheitsamt Oberhavel warnt zum Weltnichtrauchertag vor Gesundheitsrisiken / Klassischer Tabakkonsum ist rückläufig, Trend geht weiter zu elektrischen Varianten

E-Zigaretten mit vielfältigen süßen Geschmacksrichtungen und bunten Verpackungen sprechen junge Menschen ganz besonders an.

© Landkreis Oberhavel/Phillip Gordziel



Oberhavel erhebt seit 2022 eigene Daten zur Zahl der Raucherinnen und Raucher. Das Gesundheitsamt befragt Jugendliche zur Schulabgangsuntersuchung nach ihrem Konsum. „Insgesamt zeigen die Daten einen hohen Anteil an Nichtraucherinnen und Nichtrauchern. Er liegt seit 2022 stabil bei 80 Prozent. Gleichzeitig gewinnen E-Zigaretten und sogenannte Vapes vor allem bei Jugendlichen zunehmend an Bedeutung“, warnt Amtsärztin Simone Daiber. Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai ruft das Gesundheitsamt auf, die Risiken ernst zu nehmen.

Der Anteil der regelmäßigen Raucherinnen und Raucher lag zuletzt bei etwa neun Prozent, der Anteil der gelegentlichen Raucherinnen und Raucher ebenfalls bei rund neun Prozent. Besonders bei Jugendlichen zeigt sich bundesweit ein deutlicher Trend hin zu E-Zigaretten. Laut der HBSC-Studie Deutschland 2022 werden E-Zigaretten unter Jugendlichen inzwischen häufiger genutzt als klassische Zigaretten. Bei den 15-jährigen Mädchen konsumieren rund 24 Prozent E-Zigaretten, bei den Jungen etwa 21 Prozent. Herkömmliche Zigaretten werden in dieser Altersgruppe seltener genutzt. Bereits bei den 13-Jährigen greifen etwa 9 Prozent deutschlandweit zu E-Zigaretten.

Problematisch ist, dass süße und fruchtige Aromen Vapes für junge Menschen besonders attraktiv machen. Fachleute sehen darin ein mögliches Einstiegsprodukt in den späteren Tabakkonsum. E-Zigaretten können unter anderem Reizungen der Atemwege, Husten, Kopfschmerzen und Übelkeit auslösen. Studien weisen außerdem auf mögliche langfristige Folgen wie chronische Entzündungen der Atemwege, Lungenschäden und ein erhöhtes Krebsrisiko hin. In E-Zigaretten wurden zahlreiche potenziell gesundheitsschädliche und teilweise krebserregende Stoffe nachgewiesen, darunter Formaldehyd sowie Metalle wie Nickel, Chrom und Blei. Die möglichen langfristigen gesundheitlichen Folgen werden weiterhin wissenschaftlich untersucht. E-Zigaretten sind rechtlich klassischen Tabakprodukten gleichgestellt. Der Verkauf an Minderjährige ist verboten.

Weitere Informationen – unter anderem zu Suchthilfe und Prävention – gibt es online unter konsumkompetenz-ohv.de.