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Datum: 21.05.2026

Zusammenhalt in Vielfalt

Landkreis Oberhavel vernetzt Akteurinnen und Akteure der Integrationsarbeit

Zusammenhalt in Vielfalt

© Landkreis Oberhavel/Kerstin Neubauer


Der Landkreis Oberhavel hat aus Anlass des Aktionstags „Zusammenhalt in Vielfalt“ ein großes Netzwerktreffen für Träger der haupt- und ehrenamtlichen Integrationsarbeit organisiert. Sozialde-zernent Tobias Berger und Oberhavels Integrationsbeauftragter Juri Galperin tauschten sich am Mittwoch, 20.05.2026, im Kreistagssaal mit Organisationen und Initiativen dazu aus, wie ehrenamtli-ches Engagement in der Integrationsarbeit gestärkt werden kann und wie Zugewanderte den Weg in das Bildungssystem sowie den Arbeitsmarkt finden können. An dem Treffen nahmen zahlreiche Gäste aus 21 Organisationen und Initiativen teil.

„Wenn ich auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Aktionstages blicke, sehe ich genau das, was unser Land ausmacht: Ein Mosaik aus Lebenswegen, Talenten und Perspektiven“, sagte Tobias Berger. „Unser gemeinsames Fundament ist das Grundgesetz. Es verspricht uns individuelle Würde und Freiheit. Und es verpflichtet uns, diese Rechte auch anderen zu gewähren.“ Zu den wichtigsten Werkzeugen der Teilhabe gehörten Sprache, Bildung, Arbeit sowie die Chance und Be-reitschaft, sich für die Gemeinschaft zu engagieren.


Zusammenhalt in Vielfalt

© Landkreis Oberhavel/Kerstin Neubauer


In einer Gesprächsrunde ging es um die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements, also der ehrenamtlichen Integrationsarbeit. Die Kommunalverwaltungen sind auf die Unterstützung Ehren-amtlicher angewiesen. Zugleich braucht das Ehrenamt den Rückhalt der Verwaltungen. In den ver-gangenen Jahren sind viele Integrationsprojekte entstanden, an denen der Landkreis Oberhavel und Ehrenamtliche beteiligt waren. Die Projekte haben nicht nur zur Integration von Zugewanderten bei-getragen, sondern auch zum Abbau von Vorurteilen und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Mit dem Aktionstag möchten wir die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass die Integration von Zugewan-derten trotz aller Schwierigkeiten dank gemeinsamer Anstrengungen der Kreisverwaltung, der Städ-te und Gemeinden sowie des Amtes, der Zivilgesellschaft und der freien Träger gelingt“, sagte Juri Galperin.


Bildung fördert Chancengleichheit
In einer weiteren Gesprächsrunde ging es um Bildung und Arbeit. Bildung ist entscheidend für die Chancengleichheit, den sozialen Aufstieg, berufliche Perspektiven und damit auch den gesellschaft-lichen Zusammenhalt. Der Landkreis Oberhavel hat mit Hilfe freier Träger wichtige Integrationspro-jekte für zugewanderte Schülerinnen und Schüler gestartet. So informierten die Beteiligten über zwei dieser Projekte. Dazu gehört „Coaching und Sprachförderung für Schülerinnen und Schüler des Bildungsgangs Berufsfachschule Grundbildung Plus“ am Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum in Hennigsdorf. Schülerinnen und Schüler werden fachlich und sprachlich auf eine Ausbildung vorbe-reitet und in Praktika sowie Ausbildung vermittelt. Die „Co-learning Spaces Fürstenberg/Havel“ rich-ten sich an Schülerinnen und Schüler ab der vierten Klasse. Sie sollen ein außerschulischer Lernort sein. Die Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter gleichen Lerndefizite der Kinder und Ju-gendlichen aus und fördern zugleich begabte Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsge-schichte.

Erwerbsarbeit erleichtert gesellschaftliche Teilhabe
Erwerbsarbeit, als abhängige Beschäftigung oder als selbstständige Tätigkeit, besitzt eine große Integrationskraft. Sie gibt dem Alltag Struktur, ermöglicht Kommunikation und fördert so ganz ent-scheidend den sozialen Zusammenhalt. Die Arbeitsmarktintegration zugewanderter Frauen ist schwieriger als die von zugewanderten Männern. Das liegt häufig an einem niedrigeren Bildungs-stand, schlechteren Sprachkenntnissen und geringerer sozialer Integration. Frauen wenden deutlich mehr Zeit für die Kinderbetreuung auf als Männer. Daher benötigen Frauen mehr Unterstützung auf ihrem Weg in die Erwerbstätigkeit als Männer. Dafür hat der Landkreis mit dem gemeinnützigen Unternehmen GSM das Projekt i-Punkt ins Leben gerufen, das zugewanderte Frauen auf dem Weg in einen Beruf begleitet. Zudem berichtete die Surfaced GmbH von ihren positiven Erfahrungen mit zugewanderten Beschäftigten.


Zusammenhalt in Vielfalt

© Landkreis Oberhavel/Kerstin Neubauer


Im Landkreis Oberhavel gibt es 17 Einzelprojekte, an denen insgesamt zwölf Organisationen und Initiativen beteiligt sind. Drei der Projekte werden aus EU-Fördergeld finanziert. Zwei davon werden vom Land Brandenburg, eines vom Landkreis kofinanziert. Für die gesamte Projektarbeit stellt der Landkreis 2026 insgesamt 739.000 Euro bereit. 854.000 Euro fließen von der EU und dem Land Brandenburg.

Informationen zu Angeboten des Landkreises Oberhavel in der Integrationsarbeit gibt es unter www.oberhavel.de/integration.

Hintergrund
Die Initiative Kulturelle Integration (IKI) hat für den 21.05.2026, dem UNESCO-Welttag der interkul-turellen Vielfalt, den Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ ins Leben gerufen. IKI ist ein Bündnis aus 28 Institutionen, Organisationen und Verbänden. Darunter ist auch der Deutsche Landkreistag. Der Aktionstag findet nun erstmals statt. Angesichts einer zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung soll der Aktionstag dazu beitragen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, ein wertschät-zendes und respektvolles Miteinander zu fördern und die Anerkennung von Vielfalt als Grundlage für das friedliche Zusammenleben in unserer freiheitlichen Demokratie zu unterstützen. Dafür hat die IKI 15 Thesen zu kultureller Integration und Zusammenhaltformuliert.