Modellversuch: Fast 100 Tonnen Sperrmüll allein im Februar abgegeben
Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen das Angebot an den Recyclinghöfen in Germendorf und Gransee / Gleichzeitig werden mehr Grünabfälle innerhalb kürzerer Zeit entsorgt, deshalb kommt es zu Wartezeiten
Seit Ende Januar nehmen die Recyclinghöfe in Germendorf und Gransee Sperrmüll aus privaten Haushalten in Oberhavel kostenfrei entgegen. Vor allem an Samstagen nutzen viele Menschen die Möglichkeit, kleinere Mengen aussortierter Haushaltsgegenstände unkompliziert abgeben zu können. „Es freut uns, dass dieser Modellversuch bei den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landkreises gut ankommt. In den vergangenen Wochen kam es mitunter aber zu langen Wartezeiten. Dafür möchten wir um Verständnis bitten und gleichzeitig dazu raten, auf einen anderen Abgabetag als einen Samstag auszuweichen, sofern es möglich ist“, sagt der für Umwelt zuständige Dezernent Egmont Hamelow. „Wir gehen davon aus, dass sich das Aufkommen an unseren Recyclinghöfen in den nächsten Monaten – unter anderem auch, wenn weniger Gartenabfälle angeliefert werden – entspannt. Aber ein solcher Modellversuch zeigt eben auch, wo optimiert werden muss. Das tun wir, soweit es die Kapazitäten auf den Recyclinghöfen zulassen.“
Die Abfallwirtschafts-Union (AWU) Oberhavel und der Landkreis haben die Verkehrsführung auf dem Recyclinghof Germendorf bereits verändert, um Entlastung zu schaffen und die Zahl der auf der Straße wartenden Autos zu verringern. Im Februar sind hier bereits mehr als 85 Tonnen Sperrmüll von 811 Privatpersonen angeliefert worden. Auf dem Recyclinghof in Gransee ließen im selben Zeitraum 145 Kundinnen und Kunden knapp 12,5 Tonnen Sperrmüll entsorgen.
Dazu kommen Grünabfälle aus Gärten, die mit Beginn des Frühjahrs nun vermehrt ankommen. Aufgrund der Witterung waren Anfang dieses Jahres deutlich weniger Strauchschnitt und Laub abgegeben worden. Innerhalb eines kürzeren Zeitraums als in den Vorjahren werden die Gartenabfälle nun entsorgt, was die Recyclinghöfe zusätzlich belastet. Im Februar haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWU in Germendorf knapp 57 Tonnen und in Gransee weitere knapp 2,9 Tonnen biologisch abbaubare Abfälle entgegengenommen. Zum Vergleich: Im Februar 2025 waren es insgesamt bereits rund 140 Tonnen. „Da viele Menschen jetzt nachholen, was in den Monaten Januar und Februar aufgrund von Schnee und Dauerfrost noch nicht möglich war, rechnen wir bei der Abgabe von Gartenabfällen im März noch einmal mit einem deutlichen Anstieg“, sagt Egmont Hamelow. Wer die Möglichkeit hat, sollte für die Abgabe von Sperrmüll, aber auch von Grünabfällen deshalb auf weniger frequentierte Wochentage wie den Montag ausweichen. Alternativ holt die AWU Sperrmüll von privaten Haushalten, wie gewohnt, direkt vor der Haustür ab. Online oder über die Sperrmüllkarte kann die Abholung an einer Adresse angemeldet werden: www.oberhavel.de/Sperrmüll
Öffnungszeiten der Annahmestellen
Recyclinghof Germendorf
Hohenbrucher Straße
immer montags, mittwochs, freitags und samstags
von 09.00 bis 16.30 Uhr
Recyclinghof Gransee
Am Gewerbepark 12
dienstags, donnerstags sowie jeden zweiten und vierten Samstag im Monat
von 09.00 bis 16.30 Uhr
Direkt an den Recyclinghöfen in Gransee und Germendorf werden nur Abfälle angenommen, die im Landkreis Oberhavel angefallen sind. In der Regel erfolgt eine Identifizierung über das Kfz-Kennzeichen des Anliefernden. Wer kein OHV-Kennzeichen hat, sollte seinen Personalausweis mitführen. Wer außerhalb des Landkreises wohnt, muss die Herkunft des Abfalls aus Oberhavel nachweisen – das trifft zum Beispiel bei Müll aus Kleingärten oder von Wochenendgrundstücken zu. Das kann durch die Vorlage des aktuellen Abfallgebührenbescheides in Verbindung mit dem Personalausweis oder aber mit einem Pacht- beziehungsweise Mietvertrag geschehen.
Ist eine einwandfreie Identifizierung des Wohnortes oder der Herkunft des Sperrmülls vor Ort nicht möglich, werden Gebühren gemäß der aktuell gültigen Abfallgebührensatzung erhoben. Die Gebühren für verschiedene Abfallarten und weitere Informationen zur Entsorgung sind unter www.oberhavel.de/Abfall abrufbar. Mit einem entsprechenden Nachweis kann jedoch eine Erstattung beim Fachdienst Umweltschutz und Abfallbeseitigung des Landkreises Oberhavel beantragt werden.