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Datum: 05.02.2026

Gemeinsam alt werden

Landrat vor Ort in Leegebruch: Arbeitersamariterbund bietet stationäre Pflege, betreutes Wohnen und Hilfe im eigenen Haushalt

Landrat Alexander Tönnies (links im Bild) mit ASB-Geschäftsführer Christian Hagemann (Bildmitte).

© Landkreis Oberhavel/Tobias Thieme


Oberhavels Wirtschaft ist vielfältig. Unternehmerinnen und Unternehmer unterschiedlicher Branchen sowie gesellschaftliche Institutionen sorgen für eine positive Entwicklung des Landkreises. Dazu stellen sie sich täglichen Herausforderungen. Welche das sind, ist ganz unterschiedlich. Deshalb spricht Alexander Tönnies in der Reihe „Landrat vor Ort“ regelmäßig mit den Verantwortlichen über Schwierigkeiten im Firmenalltag, ihre Ideen und Perspektiven. So war der Landrat jüngst im Pflegeheim und in der Wohngruppe des Arbeitersamariterbundes (ASB) in Leegebruch zu Gast. „Das Pflegeheim und das betreute Wohnen sind im Vergleich zu anderen Einrichtungen relativ klein. Das bietet den Bewohnerinnen und Bewohnern ein sehr überschaubares Umfeld. Außerdem ermöglicht dies ein besonders enges Verhältnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den Menschen, die in der Einrichtung wohnen“, sagt Alexander Tönnies während des Besuchs des Hauses Am Wasserwerk.

Pflegeheim und Hilfe in der eigenen Wohnung
Das ASB Seniorenpflegeheim „Am Anger“ nebst betreutem Wohnen in Leegebruch wird vom ASB Kreisverband Oberhavel e. V. betrieben. Dort gibt es auch einen Seniorenclub – eine Begegnungsstätte für Menschen, die in ihrem Zuhause nicht allein sein wollen. Zusätzlich bietet der ASB Kreisverband über seine Sozialstation häusliche Pflege in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus von Senioren an. In Hohen Neuendorf betreibt die ASB Pflegedienste Oberhavel gGmbH das Seniorenpflegeheim „Am Hain“ für vollstationäre Pflege und Kurzzeitpflege. In Leegebruch gibt es 32 vollstationäre Pflegeplätze und 28 Einheiten für betreutes Wohnen.

„Wir sind damit eine vergleichsweise kleine Einrichtung. Das ermöglicht uns ein besonders enges Verhältnis zwischen Personal sowie den Bewohnerinnen und Bewohnern“, sagt Geschäftsführer Christian Hagemann. Gleichzeitig sei die Größe herausfordernd. „Für manches sind wir zu klein, für anderes wieder zu groß“, sagt Hagemann und zielt damit etwa auf arbeitsrechtliche und regulatorische Anforderungen. Die überschaubare Größe hilft auch bei der Personalgewinnung. So beobachtet der Geschäftsführer den Trend, dass sich Pflegerinnen und Pfleger eher für kleinere Häuser als für große Pflegeeinrichtungen und Kliniken entscheiden.


Das ASB Seniorenpflegeheim »Am Anger« nebst betreutem Wohnen in Leegebruch wird vom ASB Kreisverband Oberhavel e. V. betrieben. Dort gibt es auch einen Seniorenclub - eine Begegnungsstätte für Menschen, die in ihrem Zuhause nicht allein sein wollen.

© Landkreis Oberhavel/Tobias Thieme



Ein Trumpf für Hagemann ist auch sein funktionierendes Team. Das komme nicht nur den Bewohnerinnen und Bewohnern zugute. Auch besondere Bedürfnisse der Kolleginnen und Kollegen in der Schichtplanung seien gut zu realisieren, da alle mitzögen. Gleichzeitig gibt es auch Herausforderungen. So konkurriere der ASB mit anderen Anbietern und anderen Branchen um Auszubildende. „Wir arbeiten eng mit der kreiseigenen AGUS Akademie zusammen. Außerdem versuchen wir, neues Personal im Ausland zu gewinnen, etwa in Tunesien und Kamerun.“

Der ASB scheint auf einem guten Weg zu sein, für viele Bewohnerinnen und Bewohner ist die Situation „nahe am Idealzustand“. Das sagen jedenfalls Karl Schmidt und Peter Erbe. Sie sind Mitglieder des Bewohnerschaftsrats und bringen sich ein, wenn es um Abläufe in der Pflege und das Essen geht. Außerdem organisieren sie Veranstaltungen und Ausflüge. So hält Karl Schmidt, mit 98 Jahren der älteste Bewohner, regelmäßig Vorträge.

Hintergrund: Arbeiter-Samariter-Bund
Der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. (ASB) ist eine parteipolitisch und konfessionell unabhängige, bundesweit tätige, gemeinnützige Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation, die von über 1,5 Millionen Mitgliedern unterstützt und getragen wird.

Der ASB ist in den Bundesverband, 16 Landesverbände, 194 Regional-, Kreis- und Ortsverbände und 131 GmbH gegliedert. In seiner Gesamtheit beschäftigt er über 50.000 hauptamtliche sowie mehr als 20.000 ehrenamtliche und freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seine Anfänge fand der ASB in der Arbeiterbewegung von 1888, die in jener Zeit trotz allgemeiner Unterdrückung eine Periode der Stärkung und der wachsenden Solidarität erfuhr. Eine Initiative von Zimmerleuten aus Berlin, Erste Hilfe bei schweren Arbeitsunfällen bei den Arbeitern direkt zu organisieren, hatte die Gründung des ASB im Jahr 1888 zur Folge. Arbeiter sollten mit Hilfe eines „Lehrkursus über Erste Hilfe bei Unglücksfällen“ Verunglückte in Betrieben selbstständig versorgen können.

Der ASB agiert heute als Hilfsorganisation (Erste-Hilfe-Ausbildung, Rettungsdienst, Zivil- und Katastrophenschutz) und als Wohltätigkeitsverein (Altenhilfe und Pflege, Palliativpflege und Hospizdienste, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Angebote für Menschen mit Behinderung).

Der heutige ASB-Kreisverband Oberhavel e. V. wurde 1990 gegründet. Mehr Informationen unter www.asb-ohv.de